Gefangen

Und, was hast du am Wochenende gemacht? Shoppen, relaxt, schoen! Ich habe mich entschlossen, wieder einmal eine Grenzerfahrung zu erleben.
Als ob ich nicht schon genug Moeglichkeiten gehabt haette, aus "Schluesselsituationen" zu lernen... Immer eine Erinnerung wert sind die 73 Minuten Eier, weil ich sie kochend auf dem Herd hatte, waehrend ich mich ausgesperrt hatte.
Naja, ich, wie immer ein bisschen planlos (diesmal zurecht, schlechtes Telefonat gehabt), raus aus der Wohnung auf dem Weg zum Kippen kaufen, zum Nerven beruhigen. Ich wohne in einem Haus, das in drei Wohnungen unterteilt ist. Jeder hat seinen seperaten EIngang, und dann eben noch die Haustuer, die Pforte in die Freiheit.
Es kommt, wie es kommen muss: Ich schlage mit schmackes die Wohnungstuer zu, in dem Moment: "NEIN, Schluessel vergessen!!- Egal, geh ich zur Arbeit, Emails schreiben..." Positives Denken, jaja. Mein Mitbewohner Will wuerde ja abends wieder kommen, oder??? Hmmm...
Aber die schlauen Nachbarn hatten natuerlich die Haustuer verriegelt. Super Sache!
"Hi, this is Will, please leave a message!"
"Will, silly me: I am trapped between our door and the entrance door. Give me call whenever you get that message :)!"
30 Minuten Spaeter: Ich habe alle Nachrichten aus meinem Eingang geloescht, die ich schon laengst loeschen wollte, hab alle Nummern richtiger Weise mit dem "Handy" bzw. "Festnetz" Icon versehen, mittlerweile auch rausgekriegt, dass ich nur noch 2 Euro Guthaben habe und langsam schlaeft mir mein Hintern ein.
"Hi Will, its me again. I think you dont have any reception where ever you are, but please, let me know when you will be coming home. There is no one in the house, I think everybody went out of town for the weekend."
Ich habe meine Position geaendert. Ich war versucht, die seit Monaten im Flur liegende Post (Absender verzogen) zu oeffnen und sie zum Zeitvertreib zu lesen. Wiederholte Male habe ich an die Wohnungstueren der Nachbaren geklopft. Ich habe mich vor unserer Wohnungstuer zusammengerollt, weil mir mittlerweile kalt geworden ist. Und so harre ich aus, weitere 30 Minuten.
"Hi, this is Will, please leave a message!"
Ich werde wuetend auf Will. Warum geht der Penner nicht an sein Scheisstelefon, Arschloch!!!
Ich versuche mich an dem Sicherungskasten. Interessanter Weise ist ein Sicherungskasten mit 'landlord' beschriftet. Wenn ich also diesen Kasten aufbraeche und dem Vermieter (wo immer der auch hausen mag), den Strom abdrehe, muesste der ja wohl wutschnaubend zu meiner Rettung eilen... Leider kann ich die Sicherheitsplastikvorrichtung nicht aufbrechen. Ich gebe resigniert auf.
Dem Nervenzusammenbruch nahe, schimpfe und fluche ich vor mich hin, als endlich, endlich der Nachbar nach Hause kommt. Er sperrt auf. Jippy! Ich stuertze in die Freiheit: Luft, Sonne (naja, irische Sonne hinter Wolken), Weite!
Ich trage leider nur FlipFlops und Tanktop, also wohnungstemperaturgerecht, aber zu cool um draussen rum zu spazieren... Die Arbeit wird mein Unterschlupf, Gott sein Dank.
Und irgendwann wird Will zurueck kommen und mich reinlassen...

